Saisonhöhepunkte der Nabenputzer!

13.07.16

Am 13. Juli starteten die neun Adelsdorfer Nabenputzer in ihr diesjähriges Fahrradabenteuer: Geplant waren Touren im Zillertal, ausgehend von der Unterkunft in Aschau. Im Gepäck hatten die Nabenputzer neben ihren Rädern, Kleidung eine schwere Bürde: Die Wettervorhersage verhieß nicht nur nichts Gutes. Sie war einfach nur miserabel mit kühlen bis kalten Temperaturen und besonders viel Regen.

So war es dann nicht verwunderlich, dass es gleich am Anreisetag stark regnete. Deshalb setzten gleich die Planungen für den nächsten Tag ein. Gemeinsames Ergebnis: Bei weiterhin schlechtem Wetter wird mit dem Auto ein Ausflug ins Grödnertal unternommen. Rennräder natürlich dabei. Und so kam es dann auch: Regen! Also auf ins Grödnertal. Das Wetter dort: Trocken bei kühlen Temperaturen. Also: Fahrräder auspacken und los geht`s auf die Sella-Rounda - eine der landschaftlich spektakulärsten Rennradtouren in den Alpen. Start war in Wolkenstein, beginnend mit einem kleinen Anstieg – und der ersten und glücklicherweise auch einzigen Reifenpanne auf der gesamten Tour. Schlauch schnell gewechselt und dann ging es endlich richtig los. Vier der bekanntesten Dolomitenpässe waren auf der Runde von den Nabenputzern zu bewältigen: Grödnerjoch, Passo Campolongo, Pordoi und das Sellajoch. In Höhen zwischen 1530 und 2244 hat man überwiegend freien Blick auf die Dolomiten-Bergriesen und vor allem den  immer herrlich anzusehenden Sella Stock. Dafür dass man sich im Hochgebirge befindet sind die Steigungen - meist 8-10 % - moderat und mit 300-700 Höhenmetern sind die Anstiege zu den Pässen nicht übermäßig schwer. Nur der letzte Pass, das Sellajoch mit seinen Steigungen von bis zu 13 %  machte den Radlern doch ganz schön zu schaffen. Oben angekommen wurde erstmal eingekehrt und etwas Warmes gegessen. Schließlich folgte eine lange Abfahrt – die bei nur 8 ° Celsius nicht zwingend Freude machte.  Zum Schluss standen ca. 2.100 Höhenmeter zu Buche und eine der atemberaubendsten Strecken, die man als Rennradfahrer unter die schmalen Reifen nehmen kann.

Die Tour

zurück im Zillertal

15.07.16

Freitag stand dann eine Tour zum Schlegeisspeicher auf dem Plan. Verwirklicht werden konnte er aber nicht. Immer dem Regen aus dem Weg fahrend landeten die Nabenputzer dann am Ausgangspunkt der Zillertaler Höhenstraße in Ried. Nach ca. 3 km Anstieg setzte Nieselregen oder Nebel ein. Eine Weiterfahrt war nicht nur sinnlos, sondern auch gefährlich. Vernünftigerweise wurde ins Tal umgekehrt. Von dort aus ging es ins Stilluptal mit einer idyllisch in den hohen Bergen eingebetteten Talsperre. Immerhin brachten es die Radler auf dann doch noch rund 70 km und 1100 hm mit Anstiegen mit bis zu 15 %.

Am Samstag – endlich – trockenes Wetter. Der lange geplante Höhepunkt – im wahrsten Sinne des Wortes – sollte folgen: Die Zillertaler Höhenstraße sollte bezwungen werden.

Die kleine Ortschaft Ried ist Ausgangspunkt. Die Beschilderung „Zillertaler Höhenstraße“ ist gut zu finden und bald verengt sich die Straße auf einen Fahrweg von vielleicht 2,5 bis maximal 3 Meter Breite. Dies wäre nicht besonders schlimm, wenn sie dabei nicht auch noch auf eine Steigung von 15 % zunehmen würde und diese zu allem Überfluss auch noch lange beibehält. Bis zur Mautstelle (km 7,0) nämlich. Nach Aussage der dortigen Kassiererin sollte nun das schwerste Stück der ganzen Höhenstraße folgen. Die Steigung geht nicht zurück, sondern nimmt ganz im Gegenteil nochmals zu, nämlich bis auf 18 %. Fast zwei Kilometer müht man sich so mehr schlecht als recht nach oben. Das Rad muss ausbalanciert werden: Man muss aufpassen, dass das Hinterrad im Wiegetritt nicht wegrutscht. Zieht man am Lenker, dann hebt das Vorderrad ab. Mit dem Überfahren der Baumgrenze geht endlich auch die Steigung zurück und bei 10 % Steigung hat man endlich auch wieder einen Blick für die schöne Landschaft übrig. Bei der Kaltenbacher Hütte ist die Aussicht auf die Gletscherfelder der Zillertaler Alpen im Süden zu genießen.

Bis zur Abzweigung Aschau/Zemmbach geht es abwärts. Die Möglichkeit, von hier wieder ins Zillertal hinunterrollen, hat kein Nabenputzer genutzt. Einhellige Meinung: Wer den schweren Weg hierher schon auf sich genommen hat, wird nun nicht mehr „schlapp machen“. Anfangs rollt es noch eben, tief unten ist das silbrig glänzende Band der Ziller zu erkennen, dann steigt die Straße bei km 18,5 wieder an. Dies dann aber auch gleich bis auf 18 %, wobei diese Höchststeigung glücklicherweise aber immer nur kurz beibehalten wird und die längeren, flacheren Abschnitte von knapp 10 % deutlich überwiegen. Leicht wird es einem aber trotzdem nicht gemacht und alle sind froh, die Hirschbichl Alm nach knapp 22 km  erreicht zu haben. Das urige Berggasthaus böte eigentlich eine willkommene Gelegenheit zur Rast. Doch bis zum Ende der Steigungsstrecke beim Arbiskopf-Joch sind  noch 3,5 km zurückzulegen; nach Aussage von Kapitän Alfred „ein Kindergeburtstag“.

Denn zuerst geht es aber nochmals kurz abwärts, bevor ein 15 %iger Anstieg an den Hängen des Rauhenkopfes hinauf zu einem großartigen Aussichtspunkt (km 23,5) führt, der sowohl die Zillertaler Berge als auch den Tuxer Hauptkamm in seiner ganzen Pracht zeigt. Noch ist der höchste Punkt des Tages allerdings nicht erreicht, dazu bedarf es einer letzten Kraftanstrengung und der allerletzten Körner hinauf zum Arbiskopf-Joch (km 25,0) in immerhin bemerkenswerten 2133 Metern Höhe. Feststellung der Nabenputzer an ihren Kapitän Alfred: „Kindergeburtstage sehen wohl anders aus.“ Auf dem Arbiskopf war eine wohlverdiente Pause in der Atlas-Sport-Alm am Melchboden geplant: Leider fand dort eine Hochzeitsfeier statt. Also keine Chance einzukehren. Und so machten sich die Nabenputzer gleich an den Abstieg ins Zillertal – mit Gefällen von bis zu 18 %. Höchste Konzentration war notwendig um zahlreiche Spitzkehren  und Kurven zu bewältigen. Zwischendurch mussten Pausen eingelegt werden, weil „Bremser Michael“ seine Felgen abkühlen lassen musste. Im Tal angekommen brach die Wolkendecke auf und endlich schien die Sonne. Da hatte Petrus wohl für die Nabenputzer eine kleine wohlverdiente Belohnung bereitgehalten. Am Ausgangspunkt Aschau wurde dann zünftig eingekehrt. Dass das eine oder andere Bier unterlag wohl einem Schnellverdunstungsvorgang. Aber das hatten sich alle Nabenputzer wahrlich mehr als verdient. Am Ende standen ca. 2200 hm am Tacho und alle waren einer Meinung: Diese Tour muss man einmal gemacht haben. EINMAL!!!

Warm up Stillup Speicher

Zillertaler Höhenstrasse

So beschreibt Quäldich.de die Zillertaler Höhenstrasse

Ein etwas gnädigerer Anstieg führt von Ried nach oben. Etwas gnädiger heißt, dass insbesondere während der ersten 6,5 km immer mal wieder ein paar Meter mit einstelligen Prozenten dabei sind, was natürlich Steigungen bis zu 14 % auch unten nicht ausschließt. Die ersten Kilometer hat man schöne Ausblicke auf das Zillertal, bevor ein längeres Waldstück bis weit nach der Mautstelle folgt. Der Abzweig ist in Ried gut ausgeschildert und nach einem Kilometer gelangt man an eine Kreuzung, wo die Höhenstraße nach links ausgeschildert ist. Hier muss man jedoch nach rechts abbiegen Richtung Riedberg, der ausgeschilderte Weg links führt zur Kaltenbachrampe, die ja nur ein paar Meter weiter südlich beginnt. Nach der Kreuzung kurz flach steigt die neu asphaltierte Straße dann bald steil an, im Bereich einiger Höfe wie gesagt ab und zu sogar einstellig. Nach einem kurzen Waldstück nach ca. 4 km endet dann die neue Asphaltierung und es wird schmaler und eine steile Kehre führt dann in das lange Waldstück. Der Belag bessert sich sehr schnell wieder und bei km 5 folgt überraschend ein 300 m langes Flachstück und nach einer 16 % Rampe darf man sogar 800 m bei 4 % locker pedalieren. „Na, das ist ja alles halb so wild” denkt man sich, was sich ab hier dann aber ändern soll, Flachstücke gönnt uns die Straße jetzt keine mehr. Auf den folgenden 2 km bis zur Maut werden dann Steigungen vereinzelt bis zu 17 % erreicht. Kurz vor der Mautstelle verlässt man den Wald bei einer Alm (Weideroste!) und es wird ein My flacher. Man überquert den kleinen Tobel und von links kommt die steile Kaltenbach-Rampe an (bis hier 8,5 km und 808 Hm). Rechts von der Mautstelle (ca. 1365 m Höhe) sieht man dann recht entmutigend die Straße weiter steil in den Himmel ragen. Jetzt vereinigt folgen dann 2,5 km bei deutlich über 12 % im Schnitt, Spitzen ca. 16-18 %. Linderung bringt uns nur die Ausfahrt aus dem Wald nach 2 Kehren. Ab hier sieht man zum ersten Mal herrlich den Ostteil des Zillertaler Hauptkamms, da geht es gleich ein wenig leichter. Die Kaltenbacher Schihütte folgt dann bei km 11,5 (1740 m Höhe), bevor ein letzter flacher Kilometer durch die Neuhüttensiedlung zum höchsten Punkt kurz hinter dem Gasthaus Zirmstadel führt. Hier bietet sich dann etwas oberhalb eines Speichers für die Schneekanonen ein Traumblick, bevor es wieder abwärts geht. Jetzt hätte man dann direkt nach Aschau abfahren können, besser jedoch nimmt man den tollen aber beschwerlichen Weg über die Höhenstraße bis zum Melchboden auf 2020 m Höhe auf sich, der uns noch 600 deftige Höhenmeter beschert.

Zunächst jedoch folgen 1,5 flache Kilometer zu unserem Vergnügen, wo man auch sehr schön hinüber zum Gerlospass sieht. Die erste 16 % Steilrampe (900 m) bringt uns dann zur Kreuzung der Straße von Zellberg auf ca. 1565 m Höhe. Hier folgen dann nochmal 500 leichte Meter, bevor eine 2 km lange Rampe in mehreren Serpentinen zur Hirschbichlalm auf ca. 1840 m Höhe führt. Diese (übrigens im Wald) wird im Verlauf immer noch steiler und ist kurz vor der Alm bei ca. 17 % am übelsten. Ab hier ist aber der Hauptkamm wieder zu sehen – wenigstens etwas. Nach dieser Oase in der Hochgebirgskulisse verlieren wir dann zur Abwechslung mal knapp 50 Hm hinein in einen Talkessel, aus dem uns die nächste Steilrampe im Schattenhang nun endgültig ins ewige Panorama führt. An deren Ende (ca. 1925 m Höhe) nämlich hat man fast den gesamten Hauptkamm der Zillertaler Alpen im Blick, welcher uns nun bis zum Melchboden begleitet, wo dann auch die letzten Berge noch zum Vorschein kommen. Dazwischen folgt aber noch eine leichte Abfahrt und (natürlich) noch eine wellige Rampe für die letzten Höhenmeter. Der höchste Punkt bei ca. 2020 m Höhe wird dann zum Abschluss zur Abwechslung noch ganz sanft ansteigend erreicht, der Kiosk Melchboden liegt dann etwas darunter, danach geht's gleich steil hinunter nach Hippach (vorbei an einem der wenigen Lärchenhängen hier). Absolut fantastische Auffahrt in dieser Richtung, wenn auch von der ganz harten Sorte! Quelle: Quäldich.de